Ferry Graf wurde 1931 in Ternitz geboren. Er war recht erfolgreich in seiner Jugend als “Alpen-Elvis”. Im Schnitzel-Beat Vol. 1 singt er unter der Leitung von Willy Fantel und seinen Rockers) das rockige “Hotel zur Einsamkeit” (eine Cover-Version von Elvis’ “Heartbreak Hotel”). 1959 beauftragte ihn der damalige Fernsehdirektor Freund mit der Teilnahme am Grand Prix. Graf war mit dem von Norbert Pawlicki komponierten “K & K-Kalypso aus Wien” höchst unglücklich, zumal ihn der im Musikgeschmack dilettierende Fernsehdirektor selbst noch zum Jodeln nötigte. Der Text mit seinem dümmlichen Ka und Ka Kalypso sollte nach Anweisung Freunds alle musikalischen Assoziationen, die man international mit Österreich verband, enthalten und dazu noch die Erinnerung an die Monarchie wehmütig anklingen lassen. Es war wohl auch als missglückte Abgrenzung vom damals noch sehr präsenten Nazideutschland gemeint.
In den 70er zog Graf nach Finnland, hatte dort seine eigene Cover-Band, wurde später sogar finnischer Staatsbürger und lebte mit Unterbrechungen in der Stadt Jyväskülä. Dort starb er 2017.
Um kurz mal den Besserwisser rauszuhängen: Nein, Calypso kommt ursprünglich nicht aus Venezuela, sondern aus Trinidad. Es gäbe zwar auch noch eine venezolanische Variante, aber die dürfte hier wohl kaum gemeint gewesen sein.
Davon abgesehen kann ich mir beim besten Willen keinen Reim daraus machen, was hier genau die Absicht gewesen sein soll. Das ist nichts als eine wahllose Aneinanderreihung dümmlicher musikalischer wie textlicher Klischees (spätestens in dem Moment, als er auch noch zu jodeln beginnt…) und falls das Ganze irgendeinen Novelty-Wert hätte haben sollen, so ist dieser auf jeden Fall sehr schnell wieder verpufft. Auch die bemühte Habsburgernostalgie kommt nach dem Zweiten Weltkrieg, obwohl damals durchaus noch verbreitet, eher schräg rein. Immerhin einen ewigen Platz im ESC-Kuriositätenkabinett hat er sich damit verdient.
2 Kommentare
Mr-Grandprix
Ferry Graf wurde 1931 in Ternitz geboren. Er war recht erfolgreich in seiner Jugend als “Alpen-Elvis”. Im Schnitzel-Beat Vol. 1 singt er unter der Leitung von Willy Fantel und seinen Rockers) das rockige “Hotel zur Einsamkeit” (eine Cover-Version von Elvis’ “Heartbreak Hotel”). 1959 beauftragte ihn der damalige Fernsehdirektor Freund mit der Teilnahme am Grand Prix. Graf war mit dem von Norbert Pawlicki komponierten “K & K-Kalypso aus Wien” höchst unglücklich, zumal ihn der im Musikgeschmack dilettierende Fernsehdirektor selbst noch zum Jodeln nötigte. Der Text mit seinem dümmlichen Ka und Ka Kalypso sollte nach Anweisung Freunds alle musikalischen Assoziationen, die man international mit Österreich verband, enthalten und dazu noch die Erinnerung an die Monarchie wehmütig anklingen lassen. Es war wohl auch als missglückte Abgrenzung vom damals noch sehr präsenten Nazideutschland gemeint.
In den 70er zog Graf nach Finnland, hatte dort seine eigene Cover-Band, wurde später sogar finnischer Staatsbürger und lebte mit Unterbrechungen in der Stadt Jyväskülä. Dort starb er 2017.
pantarhei
Um kurz mal den Besserwisser rauszuhängen: Nein, Calypso kommt ursprünglich nicht aus Venezuela, sondern aus Trinidad. Es gäbe zwar auch noch eine venezolanische Variante, aber die dürfte hier wohl kaum gemeint gewesen sein.
Davon abgesehen kann ich mir beim besten Willen keinen Reim daraus machen, was hier genau die Absicht gewesen sein soll. Das ist nichts als eine wahllose Aneinanderreihung dümmlicher musikalischer wie textlicher Klischees (spätestens in dem Moment, als er auch noch zu jodeln beginnt…) und falls das Ganze irgendeinen Novelty-Wert hätte haben sollen, so ist dieser auf jeden Fall sehr schnell wieder verpufft. Auch die bemühte Habsburgernostalgie kommt nach dem Zweiten Weltkrieg, obwohl damals durchaus noch verbreitet, eher schräg rein. Immerhin einen ewigen Platz im ESC-Kuriositätenkabinett hat er sich damit verdient.