Das ist natuerlich nicht die Sorte von Beitrag, den das gemeine Song Contest Publikum 1983 gerne sehen wollte. Aber ohne diese etwas sonderbaren Auftritte, wäre der Contest ja schon ein wenig langweilig.Von daher also, Hut ab!
… die alternative, avantgardistische musikszene belgiens anfang der 80er jahre … toll … aber unverstanden … die neue deutsche welle schaffte den durchbruch … ihre wegbereiter aus belgien wurden nicht verstanden und belächelt … tolles experiment …
Lieber @Voyage07, bin voll und ganz Deiner Meinung. Klasse Beitrag; innovativ, avantgardistisch und künstlerisch hochwertig. Ich liebe diesen Beitrag! Völlig unterbewertet. Übrigens saß F.J.Strauß im Publikum, was er wohl davon hielt?
Hier prallten wahrlich zwei Welten aufeinander. Schon beim nationalen Vorentscheid wurden Pas de Deux vom stockkonservativen Saalpublikum zunächst ausgebuht, und bei der Siegerreprise stürmte dieses dann sogar die Bühne, um die Formation ihrem neuerlichen Auftritt zu hindern. Beim ESC blieben solche Szenen zwar aus, das Orchester war aber auch hier mit den modernen Klängen heillos überfordert; einigen Orchestermusikern war die Verachtung diesem Beitrag gegenüber förmlich ins Gesicht geschrieben. Für jemanden wie mich, der auch sonst sehr viel New Wave und Post-Punk hört, ist ein solcher Song selbstredend nichts Ungewohntes, und ich mag den auch wirklich. Pluspunkte dafür, wie sie die damalige ESC-Bubble gehörig ins Rotieren brachten, siehe oben.
Ich muss mich leicht korrigieren, denn das war teils ungenau recherchiert von mir (kann auch mir passieren…). Pas de Deux gewannen also den belgischen (oder besser gesagt: den flämischen) Vorentscheid, weil die Juroren aus Protest gegen die ihrer Meinung nach erbärmliche Qualität der Beiträge absichtlich für den schrägsten Auftritt votierten. Die Buhrufe gab es wirklich, allerdings wurden Pas de Deux nicht an der Reprise gehindert, da das Saalpublikum zu dem Zeitpunkt grossmehrheitlich seine Plätze bereits verlassen hatte, um stattdessen die Juroren am Verlassen des Gebäudes zu hindern – Pas de Deux nahmen derweil das groteske Spektakel eher belustigt zur Kenntnis. Danach ging die flämische Öffentlichkeit mit dem Trio allerdings sehr hart ins Gericht; dies jedoch weniger wegen der Musikrichtung, sondern vielmehr wurde allen Ernstes gefragt, wie es sein könne, dass Flandern von einem Band mit französischem Namen und französischen Titel vertreten werde…
9 Kommentare
Alex
Äußerst merkwürdig.
bandido
Das ist natuerlich nicht die Sorte von Beitrag, den das gemeine Song Contest Publikum 1983 gerne sehen wollte. Aber ohne diese etwas sonderbaren Auftritte, wäre der Contest ja schon ein wenig langweilig.Von daher also, Hut ab!
Serbian-Ghost
Sie waren ihrer Zeit voraus, 🙁
MrMarilyn
PERFECT-FRISCH-WEIT VORAUS-ZU GUT FÜR DEN CONTEST DAMALS
voyage07
… die alternative, avantgardistische musikszene belgiens anfang der 80er jahre … toll … aber unverstanden … die neue deutsche welle schaffte den durchbruch … ihre wegbereiter aus belgien wurden nicht verstanden und belächelt … tolles experiment …
bebidoll
Lieber @Voyage07, bin voll und ganz Deiner Meinung. Klasse Beitrag; innovativ, avantgardistisch und künstlerisch hochwertig. Ich liebe diesen Beitrag! Völlig unterbewertet. Übrigens saß F.J.Strauß im Publikum, was er wohl davon hielt?
Bamalama
Dieser Titel hat mir immer schon gut gefallen.
pantarhei
Hier prallten wahrlich zwei Welten aufeinander. Schon beim nationalen Vorentscheid wurden Pas de Deux vom stockkonservativen Saalpublikum zunächst ausgebuht, und bei der Siegerreprise stürmte dieses dann sogar die Bühne, um die Formation ihrem neuerlichen Auftritt zu hindern. Beim ESC blieben solche Szenen zwar aus, das Orchester war aber auch hier mit den modernen Klängen heillos überfordert; einigen Orchestermusikern war die Verachtung diesem Beitrag gegenüber förmlich ins Gesicht geschrieben. Für jemanden wie mich, der auch sonst sehr viel New Wave und Post-Punk hört, ist ein solcher Song selbstredend nichts Ungewohntes, und ich mag den auch wirklich. Pluspunkte dafür, wie sie die damalige ESC-Bubble gehörig ins Rotieren brachten, siehe oben.
pantarhei
Ich muss mich leicht korrigieren, denn das war teils ungenau recherchiert von mir (kann auch mir passieren…). Pas de Deux gewannen also den belgischen (oder besser gesagt: den flämischen) Vorentscheid, weil die Juroren aus Protest gegen die ihrer Meinung nach erbärmliche Qualität der Beiträge absichtlich für den schrägsten Auftritt votierten. Die Buhrufe gab es wirklich, allerdings wurden Pas de Deux nicht an der Reprise gehindert, da das Saalpublikum zu dem Zeitpunkt grossmehrheitlich seine Plätze bereits verlassen hatte, um stattdessen die Juroren am Verlassen des Gebäudes zu hindern – Pas de Deux nahmen derweil das groteske Spektakel eher belustigt zur Kenntnis. Danach ging die flämische Öffentlichkeit mit dem Trio allerdings sehr hart ins Gericht; dies jedoch weniger wegen der Musikrichtung, sondern vielmehr wurde allen Ernstes gefragt, wie es sein könne, dass Flandern von einem Band mit französischem Namen und französischen Titel vertreten werde…