Der Songcontest war auch Sprungbrett zu Weltkarrieren. Andererseits war Bekanntheit nicht immer ein Erfolgsgarant. Die Hall of Fame der ESC-Superstars.


Nana Mouskouri (1963)

Im Jahr 1963 ging eine Griechin für Luxemburg an den Start: Nana Mouskouri. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sie ihren wohl grössten Hit «Weisse Rosen aus Athen» veröffentlicht, der sich innerhalb der ersten sechs Monate über anderthalb Millionen mal verkaufte.

Mit ihrem ESC-Beitrag «A force de prier» musste sie sich aber nur mit dem 8. Platz begnügen. Heute gilt Mouskouri mit über 250 Millionen verkauften Tonträgern nach Madonna als die erfolgreichste Sängerin aller Zeiten.


Cliff Richards (1968, 1973)

Zweimal hat es für Cliff Richards beim Songcontest nicht gereicht: 1968 verfehlte er mit seinen «Congratulations» knapp den Sieg, fünf Jahre später gab es für «Power To All Our Friends» Bronze.

Richards Beiträge waren dafür anschliessend in den Verkaufshitparaden besser platziert als die Gewinnersongs des jeweiligen Jahrgangs. Seine mehr als 250 Millionen verkauften Alben machten ihn zu einem der erfolgreichsten Sängern Grossbritanniens. 1995 wurde er gar von der Queen zum Ritter geschlagen.


Julio Iglesias (1970)

1970 startete ein ehemaliger Fussballspieler für Spanien: Julio Iglesias. Der Frauenschwarm landete mit «Gwendolyne» zwar «nur» auf dem vierten Platz, startete aber ein paar Jahre später seine Weltkarriere und gilt heute als einer der erfolgreichsten Einzelinterpreten. Sein Erfolg, über 300 Millionen verkaufte Tonträger, wurde sogar im Guniessbuch der Rekorde festgehalten.


Vicky Leandros (1967, 1972)

Noch eine Griechin nutzte neben Nana Mouskouri den Grand Prix als Sprungbrett: 1967 startete Vicky Leandros für Luxemburg mit dem Lied «L’amour est bleu» und erreichte den 4. Platz. Der Song wurde als Instrumentalversion ein internationalen Erfolg und ein Evergreen.

Fünf Jahre später klappte es dann: Leandros siegte mit dem Titel «Après toi» für Luxemburg. Der Song wurde zum Riesenerfolg und wurde in diversen Sprachversionen weltweit über 5,5 Millionen Mal verkauft. Leandros konnte in ihrer Karriere über 55 Millionen Tonträger absetzen.


Olivia Newton-John (1974)

Im Jahr 1974 entsandte Grossbritannien die britisch-australische Sängerin Olivia Newton-John zum Grand Prix, die in den USA bereits grosse Erfolge feiern konnte. Ihr «Long Live Love» wurde Vierter, doch vier Jahre später landete sie an der Seite von John Travolta mit der Musical-Verfilmung Grease einen Welterfolg. Im Laufe ihrer langen Karriere mit diversen Stilrichtungsänderungen verkaufte Newton-John über 100 Millionen Tonträger.


Abba (1974)

Die wohl beispielloseste Grand-Prix-Karriere legte die schwedische Popgruppe Abba hin. Nachdem sie 1973 beim schwedischen Vorentscheid mit «Ring Ring» durchgefallen waren, starteten sie dann ein Jahr später nach ihrem Sieg beim ESC mit «Waterloo» durch.

Abba zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Künstlern weltweit, die schätzungsweise zwischen 350 und 400 Millionen Tonträger verkauften – und stets noch verkaufen. Auch 30 Jahre nach der Band-Auflösung gehen tagtäglich immer noch rund 3000 ABBA-Tonträger über den Verkaufstisch.


Céline Dion (1988)

Bereits auf dem Weg nach oben befand sich Céline Dion, welche im Jahr 1988 mit «Ne partez pas sans moi» für die Schweiz siegte. Auch ennet dem Teich wurde die Dion in den Chefetagen der Disney Studios erhört, wo man ihr alsbald mit diversen Filmsongs zur Weltkarriere verhalf. Mittlerweilen hat die Chanteuse weit über 200 Millionen Tonträger abgesetzt und gilt als eine der bislang erfolgreichsten Sängerinnen.


Patricia Kaas (2009)

Mit Hochspannung wurde im Jahr 2009 der Auftritt von Patricia Kaas erwartet. Wie wird die mitunter international erfolgreichste französischsprachige Sängerin beim ESC abschneiden?

La Kaas sorgte mit ihrem Auftritt für Gänsehaut und erreichte mit «Et s’il fallait le faire» einen souveränen 8. Platz für ihr Heimatland Frankreich.


Engelbert Humperdinck (2012)

Mit einem völlig neuen Konzept sorgte im Jahr 2012 die britische BBC für Schlagzeilen und holte Schlagerurgestein Engelbert Humperdinck aus der Versenkung. Der britische Schlagerstar startete in den 70er-Jahren seine Weltkarriere und ersang bislang 69 Goldene und 26 Platin-Schallplatten.

Doch beim ESC reichte es dann 40 Jahre später mit «Love Will Set You Free» nur noch für den zweitletzten Platz.


Bonnie Tyler (2013)

Im Jahr 2013 wühlte die britische BBC erneut in der Pop-Mottenkisten und stellte Rockröhre Bonnie Tyler auf die ESC-Bühne. Die stimmgewaltige Tyler landete im Jahr 1978 mit «It’s A Heartache» einen Welthit. 1983 dominierte sie diesseits und jenseits des Atlantik mit «Total Ecplipse Of The Heart» die Charts und sorgte für millionenfache Verkäufe. Nicht so bei Eurovision: Tyler wurde mit «Believe In Me» mit dem 19. Platz abgestraft.